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Warum sich Trennen und Recyceln lohnt

Autor: Frau Sun Kyoung Kang
Artikel vom 10.02.2021

Abfallwirtschaftsbetrieb Landkreis Heilbronn

Von konsequentem Wertstoffrecycling profitieren alle Seiten: Bürger, Umwelt, Wirtschaft. Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Heilbronn sammelt in seinen Entsorgungseinrichtungen viele verschiedene Stoffe. Doch welchen Weg nehmen Altglas, Kunststoffe und Co.? Welchen Nutzen bringt Recycling? Antworten auf diese Fragen gibt der Abfallwirtschaftsbetrieb an dieser Stelle. Alle zwei Wochen stellt er in einer neuen Serie verschiedene Wertstoffe und Stoffkreisläufe vor.

Unser Thema heute: Altkleider – Einblicke in den Markt der Alttextilien

Kleidung - ein Ausdruck der Persönlichkeit und Individualität, gleichzeitig aber auch ein Hinweis auf das Konsumverhalten. Erstrebenswert ist, dass beim Kauf von Kleidung auf Qualität, Nachhaltigkeit - auch bei der Produktion - und Langlebigkeit geachtet wird. Trotzdem gibt es Gründe, sich von Kleidung und Schuhen zu trennen. Die entscheidende Frage ist dann, wohin mit den Altkleidern?
Eine gute Möglichkeit ist zum Beispiel, gebrauchte Kleidung bei regionalen Kleidermärkten und Basaren zu verkaufen. So bleibt diese ihrer eigentlichen Bestimmung treu, die längere Nutzungsdauer verbessert deren CO2-Bilanz. Alternativ kann auch direkt an gemeinnützige Organisationen gespendet werden. Wenn diese Möglichkeiten nicht infrage kommen, bleibt der Gang zum Altkleidercontainer. Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Heilbronn sammelt flächendeckend in etwa 250 eigenen Containern (gut erkennbar: rot lackiert) Altkleider, Bettbezüge, Laken, Federbetten, Handtücher und paarweise gebündelte Schuhe. Die Bürgerinnen und Bürger können dieses Material in Säcken verpackt einwerfen. Der Abfallwirtschaftsbetrieb stellt sicher, dass zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe das Material abholen.
Im 2020 kamen im Landkreis Heilbronn rund 810 Tonnen Altkleider zusammen.

Was passiert nach der Sammlung?
Der Landkreis hat hauptsächlich den zertifizierten Entsorgungsbetrieb TopTEX aus Salzgitter mit der Erfassung und weiteren Vermarktung beauftragt. Das Unternehmen sortiert die Kleidung in Ware zur Wiederverwendung und zum Recycling. Zwei Prozent der Sammelmenge sind sehr gut erhaltene Kleider. Diese werden als 1a-Ware direkt am Standort verkauft. 55 Prozent des Sammelguts vermarktet TopTEX als Second-Hand-Kleidung sowohl national als auch international, unter anderem in Osteuropa. 36 Prozent des Materials kann nicht weiterverwendet werden und wird recycelt: Die Textilfläche verwandelt sich in Putzlappen und Faserstrukturen dienen als Rohstoffe für Dämmmaterial im Automobilbereich, für Dachpappen und Matratzeninhalte. Die Sammlung enthält drei Prozent Bettfedern, die wiederaufbereitet werden, sowie zwei Prozent Kunststoffsäcke, die recycelt werden, aber auch zwei Prozent Restmüll.

Etwa 83 Prozent der Schuhe sind noch so gut erhalten, dass sie weitergetragen und weltweit als Second-Hand-Ware verkauft werden können. Anlagen zerlegen unbrauchbare Schuhe mechanisch in ihre ursprünglichen Bestandteile, um daraus verwertbare Sekundärrohstoffe wie beispielsweise Gummi, Leder oder Schaumstoff zu gewinnen. Also eine nachhaltige Lösung für untragbare Schuhe.

Dienen Altkleider der Umwelt?
Altkleider wieder zu verwenden und Textilien zu recyceln, vermeidet Abfall und spart Ressourcen. In der heutigen Zeit ist allerdings aus dem Motto „Kleider machen Leute“ für Modefirmen eine neue Strategie entstanden: Möglichst viel Kleidung in möglichst kurzen Abständen an möglichst viele Menschen verkaufen. Dieses Geschäftsmodell wird auch als „Fast Fashion“ bezeichnet und geht mit immensen Belastungen der Umwelt einher. Im Schnitt kauft jeder Deutsche fünf neue Kleidungsstücke pro Monat. Ein T-Shirt wird manchmal nicht länger getragen als eine Plastiktüte, obwohl dessen Herstellung etwa 2.700 Liter Wasser verbraucht. Das bisher kostenfreie System des Alttextilrecyclings steht kurz vor dem Kollaps: Die schlechte Qualität der Billigware macht es immer schwieriger, das Material wirtschaftlich auskömmlich zu sammeln und zu vermarkten. Hinzu kommt die Corona-Krise, die erhebliche Probleme bei Lieferketten und Absatzmärkten mit sich bringt.

Eine Lösung: „Fair-Fashion-“ und „Future-Fashion“-Bewegungen zeigen nachhaltige Wege auf. Im Landkreis zum Beispiel das Friedrich-von-AlbertiGymnasium in Bad Friedrichshall mit der Initiative „Future Fashion at school“. (Weitere Informationen dazu: www.ff-at-school.de/)

Achtung: Nicht in den Altkleidercontainer gehören verschmutzte Kleider, Teppiche, Lumpen, Stoffreste, Gummistiefel, Skistiefel, Schlittschuhe, Rollerblades sowie Restmüll. Abgeraten wird von illegalen gewerblichen Sammlungen über Container, Eimer oder Körbe und gewerblichen Sammlern, die eine Gemeinnützigkeit nur vortäuschen.

Weitere Informationen gibt es unter www.landkreisheilbronn.de/abfallwirtschaft.

Lesen Sie nächstes Mal: Getränkekartons - wie gut ist die Recyclingquote

Bekanntmachungstag: 28. Mai 2021

  

Unser Thema heute: Bioabfall – ein echter Wertstofflieferant

Warum ist die getrennte Sammlung von Bioabfall wichtig?
Bioabfall ist Wertstoff. Die Bürger m Landkreis Heilbronn sammeln rund 26.000 Tonnen Bioabfall jährlich. Darin steckt großes Potenzial: Aus Bioabfall entsteht nicht nur Kompost, sondern es lassen sich auch Strom und Wärme gewinnen!

Der Landkreis Heilbronn hat die Biotonne schon 1995 etabliert. Trotzdem landen noch zu viele Bioabfälle im Restmüll. Die Bürger nutzen die Tonne für Gartenabfälle gut, aber Küchenabfälle können noch besser getrennt werden. Deshalb informiert die neue Kampagne „AUS DER TONNE (Restmülltonne) – IN DIE TONNE (Biotonne)“ warum es sinnvoll ist, organische Stoffen konsequent zu trennen: Gerade Küchenabfälle sind nicht nur rein organisch und ergeben wertvollen Kompost, sie verfügen auch über einen hohen Wassergehalt und sind damit perfekte Nahrung für jede Biogasanlage.

Außerdem entlasten die Bürger mit der sauberen Trennung ihre Restmülltonne und damit auch ihren Geldbeutel, weil sie Gebühren einsparen. Trennen lohnt sich also mehrfach.

Informationen zu der Kampagne des Abfallwirtschaftsbetriebs gibt es hier: www.landkreis-heilbronn.de/biotonne

Was passiert mit dem Bioabfall?
Regionale Kompostwerke wie zum Beispiel die Firma AKG Achauer in Pfaffenhofen oder Hauke Erden in Öhringen verarbeiten Bioabfall zu hochwertigem Kompost.  Die Firma Bauer Kompost in Bad Rappenau vergärt einen Teil des Bioabfalls über die sogenannte Kaskadennutzung zu Biogas. Dabei machen sich im luftabgeschlossenen Fermenter Bakterien über die Abfälle her und produzieren Gas.  Motoren verbrennen dieses Gas und erzeugen Elektrizität. Die Abwärme dient der Beheizung von Wohnungen in Bad Rappenau - und das alles CO2-neutral. Übrigbleiben feste Gärreste.  Der gewonnene Kompost dient zum Beispiel als Dünger für die Landwirtschaft oder wird im Garten und Landschaftsbau verwendet.

Die Verwertung von Bioabfall dient der Umwelt in vielfacher Weise:

  • Die in Bioabfall enthaltene Energie wird in Form von Strom und Wärme in den Kreislauf zurückgeführt. Das Gute dabei: Bioabfall ist grundlastfähig, das heißt, die Anlagen können Strom und Wärme kontinuierlich erzeugen, weil der Energieträger konstant verfügbar ist.
  • Humusbestandteile und Nährstoffe wie Phosphor, Stickstoff und Kalium landen durch den gewonnenen Kompost wieder in den Böden und dienen als Ersatz für Mineraldünger und Torf.
  • Bioabfall verbraucht keine Ackerfläche, Bioabfall schlägt somit Biomasse.
  • Wenn aller Bioabfall in die Biotonne gelangt, reduziert dies die Restmüllmenge um rund ein Drittel.
  • Die Behandlung von Restabfall wird einfacher, da organische Stoffe die thermische Verwertung des Restabfalls stören.

Achtung: Störstoffe wie zum Beispiel Plastik, Metall und Glas haben in der Biotonne nichts zu suchen, denn sie ruinieren den Kompost und müssen aufwendig aussortiert werden. Auch kompostierbare Plastikbeutel und Biobeutel aus Maisstärke verrotten zu langsam und gehören deshalb nicht in die Biotonne. Ideal für Küchenabfälle sind Zeitungspapier oder Beutel aus Papier.

Im Rahmen der Kampagne stellt der Abfallwirtschaftsbetrieb interessierten Bürgern, Vermietern, Hausmeistern und Wohnungsbaugesellschaften Informationsbroschüren mit bebilderter Sortierhilfe sowie 10-Liter-Vorsortierbeutel zur Verfügung, solange der Vorrat reicht.

Weitere Informationen unter www.landkreis-heilbronn.de/biotonne

Lesen Sie beim nächsten Mal: Altkleider- Einblicke in den Markt der Alttextilien 

Bekanntmachungstag: 19. Mai 2021

 

Unser Thema heute: Papier und Kartonagen

Papier ist auch 2000 Jahre nach seiner Erfindung trotz Digitalisierung noch aktuell. Seit es Papier gibt, gibt es auch Papierrecycling. Heute ist Altpapier mit einem Anteil von rund 75 Prozent der wichtigste Rohstoff für die Papierindustrie. Deshalb ist die getrennte Sammlung und Erfassung weiterhin von großer Bedeutung.
Zahl des Tages: Im Landkreis Heilbronn wurden im Jahr 2020 etwa 25.500 Tonnen Papier und Kartonagen gesammelt. Das ist der Beitrag der Bürger zum Papierrecycling.
Der größte Anteil, 12.400 Tonnen Papier und Kartonagen, landeten in der Blauen Tonne. Allein 2020 ließ der Abfallwirtschaftsbetrieb kreisweit über 4.000 Behälter verteilen. Den Sammelrhythmus hat der Landkreis von sechs auf vier Wochen verdichtet. Die drei Kubikmeter fassenden Depotcontainer auf Recyclinghöfen und offenen Standplätzen stehen ausschließlich für Papier zur Verfügung, nicht für Kartonagen. Die Landkreisbürger haben darin 7.400 Tonnen entsorgt.  
Die Recyclinghöfe sammelten zusätzlich 3.700 Tonnen reine Kartonagen, Vereine weitere 2.000 Tonnen Papier und Kartonagen.
Die zunehmenden Internetbestellungen, auch bedingt durch Corona, lassen den Anteil an voluminösen Kartonagen deutlich steigen.
 
Was passiert nach der Sammlung?
Die Firmen Remondis, Alba Heilbronn-Franken und verschiedene Vereine sammeln derzeit im Landkreis Heilbronn Papier und Kartonagen ein.  Zum Beispiel die Firma Palm in Aalen-Unterkochen verarbeitet den Wertstoff weiter: Befreit von Störstoffen wie Plastikteilen oder Heftklammern sortiert diese das Papier in grafisches Papier und Verpackungspapier. Das sogenannte „Deinking-Verfahren“ entfernt die Druckerfarbe: Die Fachfirma vermengt das Papier in einer Wanne mit Wasser. Dadurch löst es sich in seine Fasern auf und es entsteht ein Brei. Das weitere Verfahren reinigt diesen Brei mehrfach und filtert die Farbteilchen heraus. Die Firma Palm glättet den Brei auf Bahnen, trocknet das Material und rollt es zu neuem Papier aus. Damit ist der Papierkreislauf geschlossen. Die Produkte, hauptsächlich Zeitungsdruckpapier und Wellpappenrohpapier, bestehen zu 100 Prozent aus Altpapier.
 
Dient Papierrecycling der Umwelt?
Eindeutig ja. Die Herstellung von Frischfaserpapier benötigt viel Holz, Energie und Wasser. Laut Umweltbundesamt spart die Herstellung von Recyclingpapier ein Drittel der Wassermenge und die Hälfte der Energie, die für die Herstellung von Zellstoff aus frischem Holz gebraucht wird. Noch dazu werden beim Papierrecycling weniger Chemikalien gebraucht, die Abwasserbelastung ist bis zu zehn Mal niedriger als bei der Produktion von Frischfaserpapier. Recycling hilft also, den Holzverbrauch deutlich zu reduzieren. Ein Kilo Recyclingpapier spart 2,2 Kilogramm Holz ein. Ein vollständiger Verzicht auf Holz wird in der Papierbranche aber auch zukünftig nicht möglich sein, denn die Papierfaser wird bei jedem Recyclingvorgang kürzer. Sie hat ungefähr sieben Leben, lässt sich also nicht unendlich wiederverwerten. Aber graues, qualitativ schlechteres Recyclingpapier war gestern. Heutzutage ist Recyclingpapier so gut wie gar nicht mehr von Primärfaserpapier zu unterscheiden.

Kauf von Recyclingpapier: Der blaue Engel garantiert, dass die Papierfasern zu 100 Prozent aus Altpapier gewonnen werden.
FSC und PEFC sind hingegen Label für nachhaltige Waldbewirtschaftung. Meistens handelt es sich um reine Frischfaserpapiere. Der Blaue Engel ist somit der beste Orientierungsmaßstab für Produkte aus Recyclingpapier.
 
Achtung: Nicht ins Altpapier gehören Hygienepapiere wie zum Beispiel Papiertücher und Taschentücher, Küchenrollen, Buchrücken, Ringbuchordner mit Metallteilen, Kassenzettel aus Thermopapier, verschmutzte, beschichtete und beklebte Papiere.                                                                               
 
Weitere Informationen gibt der Abfallwirtschaftsbetrieb im Internet: www.landkreis-heilbronn.de oder per E-Mail: abfallwirtschaftsbetrieb(@)landratsamt-heilbronn.de.  
 
Lesen Sie nächstes Mal: Bioabfall - ein echter Wertstofflieferant

Bekanntmachungstag: 05. Mai 2021

  

Unser Thema heute: Aluminium – unendlich oft recycelbar?

Aluminium ist nach Stahl das am häufigsten verwendete Metall weltweit. Das silber-farbene Material ist durch seine geringe Dichte sehr leicht und weist eine gute Barrierefunktion gegenüber Licht und verschiedensten Umwelteinflüssen auf. Die hervorragenden Eigenschaften von Aluminium sind nicht nur im Automobil- und Flugzeugbau gefragt, auch die Verpackungsindustrie macht sich den Stoff zu Nutze. In Haushalten fallen deshalb Verpackungsmaterialien aus Aluminium an wie Alufolie, Grillschalen, Aludosen (Chips und Kaba), Alutuben, Deckel von Joghurtbechern, Tiernahrungsschalen oder Kaffeekapseln. Die Bürger können mithelfen, dass der Wertstoff Aluminium nicht verloren geht, sondern recycelt werden kann. Dabei ist der richtige Entsorgungsweg von besonderer Bedeutung: Verpackungs-Aluminium gehört auf den Recyclinghof und keinesfalls in den Restmüll.

Was passiert nach der Sammlung? Die Erfasser Remondis und INAST holen das sortenreine Material von den Recyclinghöfen ab und stellen es den Dualen Systemen zur Verwertung bereit. Die Dualen Systeme, zum Beispiel Der Grüne Punkt - Duales System Deutschland, BellandVision, Interseroh, Zentek, Pre Zero und andere, verkaufen an Firmen, die sich auf die Sekundärrohstoffgewinnung von Aluminium spezialisiert haben. Dazu gehört beispielsweise die Firma Pyral im sächsischen Freiberg. Im Gegensatz zu den klassischen, energieintensiven Alu-Schmelzen trennt dieses Unternehmen mit Pyrolysetechnik das Aluminium von Stoffen wie Lacken, Beschriftungen, Folien, Essensresten, Papier- oder Kunststoffetiketten. Dafür sind weniger hohe Temperaturen notwendig.   Die Verschwelung der organischen Materialien, die am Aluminium anhaften, produziert ausreichend Energie, um die Anlage zu betreiben. Die Aluminiumkleinteile sortiert die Firma danach legierungsrein. Am Ende des Recyclingprozesses werden die Teile entweder noch feiner zerkleinert und in unterschiedlicher Körnung an die Industrie ausgeliefert oder in einem Schmelzofen zu Barren oder Blöcken eingeschmolzen.

Dient das Recycling von Aluminium der Umwelt? Diese Frage ist mit einem eindeutigen „Ja“ zu beantworten. Aluminium hat es in sich! Aluminiumproduzenten gewinnen es aus dem Erz Bauxit, das meist aus großflächigem Tagebau stammt. Von den heute bekannten Bauxitreserven lagert ein großer Teil im Tropengürtel. Der Abbau zerstört nicht selten Regenwald und Lebensgrundlage der dortigen Bevölkerung. Bei der Weiterverarbeitung wird das Bauxit zusammen mit Natronlauge erhitzt, um Aluminiumoxid zu erhalten. Dabei bleibt giftiger Rotschlamm als Abfallprodukt zurück. Pro Tonne hergestellten Aluminiums entstehen zwischen einer und sechs Tonnen des gefährlichen Rotschlamms. 

Zahl des Tages: Die Herstellung von Aluminium verbraucht außerdem sehr große Energiemengen. Pro Tonne Primäraluminium sind es rund 13,5 Megawattstunden (MWh) Strom, so viel wie ein Zwei-Personen-Haushalt in fünf Jahren verbraucht.  Beim Herstellungsprozess werden Gase frei, die für das Klima viel schädlicher sind als Co2, zum Beispiel fluorierte Kohlenwasserstoffe. Gerade weil dieser Prozess negative Auswirkungen auf die Umwelt hat, ist Recycling unverzichtbar: Aluminium ist in Sachen Recycling ein Dauerbrenner. Ein Qualitätsverlust ist je nach vorheriger Legierung zwar vorhanden, dennoch lässt sich Aluminium bei sauberer Trennung nahezu unendlich oft wiederverwerten. Der Metallverlust ist gering, der Umweltvorteil dafür umso größer: 95 Prozent der Energie lassen sich laut dem American Geosciences Institut gegenüber der Herstellung von Primäraluminium einsparen. Außerdem erspart ein Kilogramm Sekundäraluminium neun Kilogramm CO2. Das ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.

Im Haushalt und bei der Verpackung von Lebensmitteln sollte man Aluminium besser nicht einsetzen, denn die Umweltbilanz ist schlechter als die von Kunststoff. Ist das nicht möglich, dann sollten die Bürger Aluminium zumindest effizient nutzen und richtig entsorgen, damit der hochwertige Wertstoff wiederverwertet werden kann. 

Übrigens: Dosen, auch Getränkedosen mit Aluminiumanteil, werden im Landkreis Heilbronn separat bei den Containerstandorten oder in den Dosencontainern innerhalb des Recyclinghofs gesammelt.

Weitere Informationen  gibt es im Abfallkalender, in der App des Abfallwirtschaftsbetriebs und im Internet unter www.landkreisheilbronn.de/abfallwirtschaft.

Lesen Sie nächstes Mal: Kartonagen und Papier

Bekanntmachungstag: 15. April 2021

  

Unser Thema heute: Elektroschrott - ein echter Rohstofflieferant

Elektroschrott und Elektroaltgeräte enthalten wertvolle Rohstoffe wie Eisen, Kupfer, Aluminium, Edelmetalle, Kunststoffe und Seltene Erden wie Neodym und Dysprosium. Neben recycelbaren Stoffen stecken in ausgedienten Elektrogeräten aber auch Schadstoffe wie Blei, Cadmium und Quecksilber. Deshalb sind die Sammlung ab Haus und die Einrichtungen des Abfallwirtschaftsbetriebs die richtigen Wege zur korrekten Entsorgung und fachgerechten Verwertung von Elektroschrott und Elektroaltgeräten. Der Abfallwirtschaftsbetrieb unterteilt in zwei Kategorien. Kleinvolumigen Elektroschrott wie beispielsweise Telefone oder Fotoapparate können die Bürger auf jedem Recyclinghof abgeben. Großvolumigen Elektroschrott wie zum Beispiel Kühlschränke oder Fernseher können sie bei den Entsorgungszentren, auf größeren Recyclinghöfen und über die Sperrmüllabholung entsorgen.

Was passiert nach der Sammlung?
Der Abfallwirtschaftsbetrieb lässt Elektroaltgeräte in sechs Sammelgruppen unterteilen und bei Entsorgungsfachbetrieben zerlegen. Die Behandlungs- und Verwertungsverfahren sind je nach Geräteart unterschiedlich. 
Die Firma ABG in Leingarten demontiert beispielsweise die kleinvolumigen Geräte und zerlegt sie in Ausgangsfraktionen wie Trafos, Laufwerke, Platinen und Kunststoffgehäuse. Fachkräfte entfernen schadstoffhaltige Teile wie Kondensatoren, Batterien und quecksilberhaltige Hintergrundbeleuchtung von Flachbildschirmen. Edel- und Sondermetalle, etwa aus Leiterplatten, gewinnen Spezialfirmen zurück. Diese Stoffe können für die Produktion neuer Geräte eingesetzt werden.  Die Firma ALBA E.R. in Eppingen bereitet vor allem Groß- und Kühlgeräte auf. Die Kühlgeräte müssen deshalb gesondert behandelt werden, weil ältere Geräte möglicherweise Fluorchlorkohlenwasserstoffe enthalten. Die Firma saugt im ersten Schritt das Kühlmittel-Öl-Gemisch aus dem Kühlkreislauf. Anschließend zerkleinern die ALBA-Mitarbeiter die Gehäuse und saugen dabei gleichzeitig die in dem Isoliermaterial enthaltenen Gase ab und entsorgen diese fachgerecht.

Dienen Elektroaltgeräte der Umwelt?
Elektroaltgeräte enthalten wichtige Rohstoffe, die nur begrenzt vorhanden sind. Die richtige Entsorgung und Rückgewinnung dieser Rohstoffe schont somit die Umwelt.  Fällt Elektroschrott hingegen in die falschen Hände, gefährdet dies Mensch und Umwelt. Diebstahl vor der Sperrmüllsammlung, illegaler Export in Entwicklungsländer, unsachgemäße, gesundheitsgefährdende Verarbeitung und Ablagerung nicht mehr verwertbarer Teile: All dies führt zu einer enormen Umweltbelastung.  Deshalb ist es richtig, Diebstahl von Elektroschrott bei der Polizei zu melden und nur die offiziellen Entsorgungswege zu nutzen. Für Elektroaltgeräte gilt im Übrigen auch eine Rücknahmeverpflichtung des Handels. Keinesfalls gehören solche Geräte in den Restmüll. 
Übrigens: Besonders nachhaltig ist es, bereits bei der Produktauswahl auf Materialbeschaffenheit, Langlebigkeit und Reparaturfreundlichkeit zu achten.
Achtung: Entnehmbare Batterien und Akkus werden auf den Recyclinghöfen getrennt gesammelt.
Gut zu wissen: Nicht zum Elektroschrott gehören Glühlampen, Elektrofahrräder über 25 km/h, Kraftfahrzeugteile. 

Lesen Sie beim nächsten Mal: Aluminium – unendlich oft recycelbar

Bekanntmachungstag: 26. März 2021

  

Unser Thema heute: Baum- Strauch- und Heckenschnitt – Bioenergie aus dem Garten!

Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Heilbronn bietet zwischen Eppingen und Wüstenrot ein dichtes, dezentrales Netz von 40 Häckselplätzen an. Privatanlieferer können dort kostenfrei Baum-, Strauch- und Heckenschnitt bis zu einem Astdurchmesser von zehn Zentimetern abgeben.    
 
Zahl des Tages: Die Bürger im Landkreis liefern pro Jahr etwa 25.000 Tonnen an. Das ist fast so viel Material wie über die Biotonne gesammelt wird. Der Unterschied liegt in der Art des Grünguts: Während der Häckselplatz „holzigem“ Material dient, ist die Biotonne für Küchenabfälle und „krautige“ Stoffe da. Tomatenpflanzen, Stauden und Schnittblumen gehören nicht auf dem Häckselplatz.
 
Aufbereitung des Baum- Strauch- und Heckenschnitts
Maschinen häckseln und sieben das angelieferte Material bevor es klassifiziert wird. Gut zwei Drittel der holzigen Biomasse landet zu Holzhackschnitzen verarbeitet in Biomassekraftwerken. Also: Aus Abfallholz wird Bio-Brennstoff. Kompostierungsanlagen verarbeiten den Feinanteil zu hochwertigem Kompost.
 
Häckselgut dient der Umwelt
Die Holzhackschnitzel finden zum Beispiel im Biomasse-Heizkraftwerk in Neckarsulm Verwendung und ersetzen fossile Brennstoffe bei der Energie- und Wärmeerzeugung. Holz ist versorgungssicher, einheimisch, kostengünstig und leistet einen großen Beitrag zum Klimaschutz. Beim Verbrennen entsteht kein zusätzliches CO2, da nur so viel Kohlendioxid ausgestoßen wird, wie die Sträucher und Bäume im Laufe ihres Wachstums der Luft entzogen haben. Das Biomassekraftwerk in Neckarsulm verfeuert emissionsneutral 20 Kubikmeter Holzhackschnitzel pro Stunde und beheizt drei umliegende Gewerbegebiete. Und: zusätzlich erzeugt die Anlage Strom.
 
Die Kompostierung des Feinanteils zu hochwertigem Kompost ersetzt Kunstdünger und Torf im Garten- und Landschaftsbau. So schließt sich der Garten-Kreislauf: Nachwachsende Rohstoffe aus dem Garten werden dort als Bodenverbesserer wieder eingesetzt. Etwa zehn Prozent des Komposts stehen direkt auf dem Häckselplatz der Bevölkerung kostenlos zur Verfügung.
 
Ab Mitte März stehen auf den Häckselplätzen auch wieder die Gras- und Laubcontainer zur Verfügung.
Weitere Informationen  zu den Häckselplätzen und ihren Standorten gibt es im Abfallkalender, in der App des Abfallwirtschaftsbetriebs und im Internet unter www.landkreis-heilbronn.de/abfallwirtschaft.  
 
Lesen Sie nächstes Mal: Elektroschrott – ein echter Rohstofflieferant.

Bekanntmachungstag: 11. März 2021

  

Unser Thema heute: Hochwertige Kunststoffe - PE und PP

Was sind hochwertige Kunststoffe und warum ist die Sammlung wichtig?
In den 51 Recyclinghöfen des Landkreises Heilbronn werden nicht nur Verpackungskunststoffe gesammelt, sondern auch hochwertige Kunststoffe aus Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP). Dazu zählen zum Beispiel Eimer, Wäschekörbe, Klappboxen, Gartenmöbel aus Kunststoff, Gießkannen, Schüsseln, Kanister, Pflanzgefäße, Fässer und sonstige Aufbewahrungssysteme. Diese Kunststoffabfälle werden recycelt und sind dann Ausgangsstoffe für hochwertige Sekundärrohstoffe. Das heißt, sie werden stofflich verwertet.

Aufbereitung der Kunststoffabfälle
Die Firma ELM Recycling GmbH in Bissingen verarbeitet die im Landkreis getrennten hochwertigen Kunststoffe zu Mahlgut. Die Fachfirma trennt Polyethylen und Polypropylen, sogenannte Thermoplaste, in einem Schwimm-Sink-Verfahren von Störstoffen und anderen Kunststoffen. Das Unternehmen schreddert das Material und vermarktet es als Mahl- oder Schreddergut weiter. Das Mahlgut kommt beispielsweise bei einer Firma zum Einsatz, die Regenwassersammelsysteme produziert. Das bedeutet: Die hochwertigen Kunststoffe aus den Landkreis-Recyclinghöfen erhalten ein zweites Leben als Zisterne und tragen somit doppelt zum Umweltschutz bei. Denn: Regenwassernutzung schont die Grundwasservorräte.

Kunststoffrecycling dient der Umwelt
Kunststoffrecycling dient in hohem Maße dem Umweltschutz, weil es Rohstoffe (Erdöl) und Energie einspart:

Zahl des Tages: Es lassen sich mit einem Kilogramm Mahlgut aus Abfällen mindestens der Verbrauch von einem Kilogramm Erdöl und die Emission von mehr als zwei Kilogramm Kohlendioxid vermeiden. Durchschnittlich entstehen durch den Einsatz von Sekundärgranulaten fünfmal weniger KohlendioxidEmissionen als beim Einsatz von Primär- oder Neugranulaten. Kunststoffrecycling leistet damit einen erheblichen Beitrag zum Schutz der Umwelt und zur Abfallvermeidung.

Hochwertige Kunststoffe nicht zur Sperrmüllabholung bereitstellen
Damit die hochwertigen Kunststoffe den Weg zum Recycling finden, ist es sinnvoll, diese beim Recyclinghof abzugeben und nicht als Sperrmüll auf die Straße zu stellen. Denn dabei werden sie nicht getrennt erfasst und landen in Müllverbrennungsanlagen.

Es spricht also alles dafür, hochwertigen Kunststoffen ein zweites Leben zu schenken und sie zu einem Recyclinghof zu bringen. Weitere Informationen gibt der Abfallwirtschaftsbetrieb im Internet: www.landkreis-heilbronn.de oder per E-Mail: abfallwirtschaftsbetrieb(@)landratsamt-heilbronn.de.

Lesen Sie nächstes Mal:
Baum-Strauch und Heckenschnitt – Bioenergie aus dem Garten!

Bekanntmachungstag: 26. Februar 2021

  

Unser Thema heute: Altglas

Wie funktioniert die Sammlung?
Der Landkreis Heilbronn bietet über alle 46 Kommunen verteilt ein flächendeckendes Netz von über 400 Containerstandplätzen. Für BehälterAltglas stehen dort Container für grünes, braunes und weißes Glas zur Verfügung. Blaue oder weitere Farben gehören in den Container für Grünglas. Die Farbtrennung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für den funktionierenden Rohstoffkreislauf. Nach Farben getrenntes Altglas ist viel hochwertiger als gemischtes Glas. Drei-Kammer-Fahrzeuge sorgen dafür, dass das Material auf den Transportwegen zu Aufbereitung und Verwertung absolut farbrein bleibt. Bei grünem Glas können wesentlich mehr Fehlfarben beigemischt werden, ohne dass die Qualität des neu produzierten Glases darunter leidet.
Zahl des Tages: Die Landkreis-Bürger geben im Jahr rund 8.000 Tonnen Altglas ab. In Deutschland sind es etwa zwei Millionen Tonnen.

Wie wird Altglas aufbereitet?
Die beauftragten Unternehmen sortieren das Altglas nach, bevor es zerkleinert wird. Anschließend entfernen Magnete und Luftabsauger Verunreinigungen. Am Ende des Prozesses ist ein schmelzofenfertiges Glasgranulat entstanden, das qualitativ den ursprünglichen Rohstoffen entspricht. Glashütten vermischen das aufbereitete Altglas mit den natürlichen Rohstoffen Sand, Soda, Kalk und Zuschlagstoffen. Dieses Gemisch wird erhitzt, in die Formmaschine geleitet und dort zu einem neuen Behälter ausgeblasen.
Altglas kann unendlich oft eingeschmolzen und zur Herstellung neuer Produkte genutzt werden. Dank seiner glatten und chemisch unangreifbaren Oberfläche lässt es sich hygienisch reinigen und in Mehrwegsystemen bis zu fünfzigmal neu befüllen.

Glasrecycling dient der Umwelt in vielfacher Weise.
Natürliche Ressourcen schonen: Altglas hilft, den Einsatz natürliche Rohstoffe wie Sand, Soda und Kalk um fast 90 Prozent zu reduzieren.

Energieverbrauch senken: Mit dem Einsatz von Altglas lässt sich bei der Glasherstellung ein Drittel der Energie einsparen.

Emissionen verringern: Da weniger Energie eingesetzt werden muss, entstehen beim Schmelzprozess weniger Staub, Stickoxide (NOx), Schwefeldioxid (SO2) und Kohlendioxid (CO2). Und: Der geschlossene Kreislauf verringert die Abfallmenge.
Deshalb lohnt es sich, Altglas im richtigen Container zu entsorgen.

Weitere Informationen gibt der Abfallwirtschaftsbetrieb im Internet: www.landkreisheilbronn.de oder per E-Mail: abfallwirtschaftsbetrieb(@)landratsamtheilbronn.de“.

Bekanntmachungstag: 10. Februar 2021

  

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