Friederike Hauffe

Friederike Hauffe - „Seherin von Prevorst“ (geborene Wanner) 

geboren am 23. September 1801 in Prevorst
gestorben am 05. August 1829 in Löwenstein

Als Tochter eines Revierförsters kam Friederike in dem kleinen Ort in den Löwensteiner Bergen zur Welt. 
Sie entwickelte sich zu einem zarten, aber gesunden und lebhaften Mädchen. Intelligent und lernwillig kommt sie 1805 aufgrund der besseren Ausbildungsmöglichkeiten nach Löwenstein zu den Großeltern, die sehr wohlhabend sind.

Sie besitzen viele Bücher aus dem christlich geprägten Okkultismus und der Jenseitsforschung. Im täglichen Umgang mit ihnen und durch ihre Gespräche dürfte das Interesse von Friederike auf Jenseitswelten gelenkt und ihre Sensitivität noch verstärkt worden sein.
Bis zum 12. Lebensjahr bleibt sie in Löwenstein, wird aber zur Unterstützung der Eltern nach Prevorst zurückgeschickt.

1818 wurde der Vater nach Oberstenfeld versetzt. Zu Hause hatte sie wenig Gelegenheit geistige Gespräche zu führen, so ergab sich eine Freundschaft mit dem hochgebildeten und sehr belesenen Stiftsprediger Tritschler, der in der Nachbarschaft wohnte.
Als am 5. Juni 1821 der ihr nahestehende Geistliche beerdigt wird, wird ihr am offenen Grab auf einmal „sonderbar leicht und hell“. In diesem Augenblick vollzog sie wohl den ersten Schritt in das Übersinnliche.
Gleichzeitig muss sie dem ausdrücklichen Wunsch der Eltern folgen und den weitläufigen Verwandten Gottlieb Hauffe heiraten. Sie widerspricht diesem Anliegen nicht, zieht sich jedoch vollkommen in sich zurück und lebt mit ihrem Mann im badischen Kürnbach.
Seit Februar 1822 leidet die junge Frau zusehends an körperlichen und seelischen Belastungen. Es treten Nervenanfälle und seherische Träume ein. Viele, oft gegensätzliche Kuren verschlimmern ihren Zustand weiter, bis sie sich schließlich im November 1826 vom Oberamtsarzt Justinus Kerner in Weinsberg stationär behandeln lässt.

Der Arzt versucht zuerst mit normalen medizinischen Methoden ihre Gemütsbewegungen zu beenden. Diese Behandlung bleibt jedoch ohne Erfolg. Schließlich wendet er eine besondere magnetische Heilbehandlung an. Überraschend stellen sich Heilerfolge ein.
Fasziniert nimmt Kerner die häufig paranormalen Phänomene wahr, die bei Friederike Hauffe während des magnetisierten Heilschlafes auftreten. Die Frau erweist sich ihm immer mehr als Medium mit erstaunlichen parapsychologischen Fähigkeiten. Sie stellt unter Hypnose Diagnosen für ihr ansonsten fremde Patienten und macht Therapieangaben mit über- raschender Wirkung. Außerdem berichtet sie von Geistererscheinungen, die teilweise auch von Anwesenden wahr genommen werden.
Kerner ist skeptisch und verwundert zugleich. Er führt genau Tagebuch und beschreibt die verschiedenen Phänomene.

Seine Beobachtungen fasste er in einem Buch zusammen, dem er den Titel „Die Seherin von Prevorst“ gibt. Als Untertitel fügt er hinzu: „Enthüllungen über das innere Leben des Menschen und über das Hereinragen einer Geisterwelt in die unsere“.

Dieses Buch erscheint noch im Jahre 1829 und wird auf Anhieb ein „Bestseller“.

Kurz vor ihrem Ableben verlangt Friederike Hauffe nach Löwenstein gebracht zu werden. Exakt sagt sie die Stunde ihres Todes voraus. Sie wird auf dem Waldfriedhof in Löwenstein beigesetzt, ein vergoldetes Kreuz schmückt ihre Grabstätte. 

Eine Gedenktafel am Sterbehaus in der Maybachstr. 19/21 erinnert an die „Seherin von Prevorst“.

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