Geschichte

Löwenstein, am 18. November 1287 von König Rudolf von Habsburg zur Stadt erhoben, hat seinen Namen vermutlich von den Kelten um 400 – 200 vor Christus erhalten. Diese „Bergecke“ (keltisch = „luib“) war also schon zur damaligen Zeit besiedelt.

Der Löwe im Wappen wurde von den reichen Grafen von Calw übernommen, die Löwenstein um 1100 in Besitz hatten.

Die weiß-blauen Wecken im oberen Teil des Wappens sind bayrischen Ursprungs. Friedrich der Siegreiche, Kurfürst von der Pfalz und dessen Sohn, Ludwig I. Kurfürst von der Pfalz und Herzog von Bayern, Herr zu Scharfeneck und Graf zu Löwenstein, haben diese Farben eingebracht.

Letztgenannter hat die Grafschaft Löwenstein und damit diesen Titel erb- und eigentümlich von den damaligen Löwensteiner Grafen am Neujahrstag anno 1441 käuflich erworben. Aus diesem Adelsgeschlecht entstammen die ersten Vorfahren einer langen Ahnenreihe des Löwensteiner Fürstenhauses, das sich bis zur heutigen Zeit erhalten hat. Die Fürsten „Löwenstein – Wertheim – Freudenberg“ residieren heute im Stammschloß Kreuzwertheim am Main.

Älteste Zeugen der Vergangenheit sind die Reste der Burg Löwenstein.

Unmittelbar über Löwenstein erheben sich die Ruinen einer einst mächtigen, weitläufigen Burganlage, die etwa 3.500 qm umfasst. Hier residierten im hohen und späten Mittelalter drei Dynastengeschlechter der Grafen von Löwenstein:
- Die Calwer Löwensteiner
- Die Habsburger Löwensteiner
- Die Kurpfälzer Löwensteiner (Wittelsbacher).

Die Geschichte der Herrschaft der Burg geht ins 11. Jahrhundert (etwa 1080/1090) zurück. Damals wurden die Grafen von Calw mit diesem Gebiet vom König belehnt. Später gab das Calwer Wappentier, der Löwe, den Namen für die Burg und das Städtchen. Im Jahre 1133 wird die Burg wegen Erbschaftsstreitigkeiten weitgehend zerstört. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erfolgt der Wiederaufbau.

Kurz nach der „Calwer Zeit“ erwirbt König Rudolf von Habsburg die Grafschaft und verwandelt diese in ein Reichslehen und setzt 1281 seinen Sohn Albrecht von Schenkenberg als Grafen von Löwenstein ein.

Wie bereits schon in der kurzen geschichtlichen Übersicht erwähnt, weilt der König im November 1287 selbst auf der Burg und erhebt die Siedlung Löwenstein zur Stadt, ausgestattet mit den gleichen Rechten wie das benachbarte Weinsberg.

Im Jahre 1441 ging die Grafschaft Löwenstein in den Besitz der Kurpfalz über. Während der Herrschaft der Kurpfälzer Fürsten erfolgte der Endausbau der Burg im Sinne einer Frühfestung. 

Die Auseinandersetzungen zwischen den Kurpfälzern und dem Hause Württemberg dauern währenddessen an. Die Burg samt Stadt wird 1504 durch Herzog Ulrich von Württemberg erobert. Beinahe 500 Jahre nach Entstehung kommt das Ende der Burg.

Dem damaligen Zeitgeschmack folgend, wurden ab dem Jahre 1570 große Teile des Mauerwerks der Burg zum Bau eines Schlosses verwendet. 14 Jahre später erfolgte der Umzug der Herrschaft nach Wertheim. Es entfiel somit ihre Zweckbestimmung.

Die dadurch entstandene Burgruine wurde von der Stadt in den Jahren 1968 bis 1972 mit den ansehnlichen Mauerresten (Torhaus und Turm) einer gründlichen Renovierung unterzogen. Die „Burgpremiere“ wurde im Juni 1972 gefeiert. Die restlichen Restaurierungsarbeiten wurden 1977 abgeschlossen. Zuvor hatte zwischen der Stadt und der Fürstlichen Verwaltung ein Grundstückstausch stattgefunden. Die Burganlage ging 1968/1969 in das Eigentum der Stadt Löwenstein über.

Das Burgareal ist heute ein häufig besuchtes Ausflugsziel für historisch Interessierte und wird auch als beliebter Veranstaltungsort zu verschiedenen Festlichkeiten genutzt.

Freihaus – das älteste Gebäude in Löwenstein
Die Anfänge des ältesten Gebäudes von Löwenstein gehen in das Mittelalter zurück. Auf die bestehende Stadtmauer wird bereits im 14. Jahrhundert hingewiesen. Das Freihaus ist mit der Stadtmauer fest verbunden. Folglich dürfte dieses Gebäude bereits zu dieser Zeit entstanden sein. 

Die Bezeichnung „Freihaus“ deutet auf eine besondere Stellung seiner Bewohner hin. Schon in frühen Urkunden, wie 1592 im Lagerbuch, wird dieser Name verwendet, ohne jedoch zu erfahren, welche Rechte und Freiheiten sich mit diesem Anwesen verbanden. Es wird vermutet, dass dieses Gebäude der Sitz eines unabhängigen und lehensfrei gebliebenen Bauern gewesen ist.

Erwähnt ist das Freihaus bereits anno 1123 als freies Hofgut. Genauere Daten über das Freihaus erfährt man erst ab Beginn des 17. Jahrhunderts. Auf dem Portal befindet sich als Umbaudatum das Jahr 1609. 

Im Jahre 1655 wird das Freihaus von den Grafen von Löwenstein zurück-gekauft und zum Witwensitz gemacht.

1776 wurde das baufällige Gebäude an den Stadtschreiber Brückner verkauft, der für mehrere Familien Wohnungen einrichtete, die bis 1976 noch bewohnt waren.

1945 überstehen das Freihaus und einige umliegende Häuser den verheerenden Luftangriff fast unbeschädigt, so dass die Umgebung am ehesten einen Eindruck vom alten Löwenstein vor der Zerstörung vermitteln kann.

1979 geht das Freihaus endgültig in städtischen Besitz über. 

In der Zeit von 1988 bis 1993 wurde die Außenansicht des Fachwerkhauses mit Mitteln aus dem Landessanierungsprogramm und des Denkmalschwerpunktprogramms vor dem restlosen Verfall gerettet. Seit 1993 beherbergt das Freihaus das Stadt- und Manfred-Kyber-Museum.

Im Februar 2003 wurde die langjährige Stadtsanierung „Umgebung Freihaus“ mit der Einweihung des Aussichtsplatzes „Unteres Tor“ abgeschlossen. Das Freihaus erstrahlt nun in einem außergewöhnlichen Flair, wobei die markante Silhouette bereits vom Weinsberger Tal aus hervorsticht. Nachts wird dieses geschichtsträchtige Fachwerkgebäude durch eine besondere Beleuchtung wirkungsvoll in Szene gesetzt.

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